Fliegende Schlangen und Warzen aus Stein

Vor ca. 180 mill. Jahren trennte sich Indien vom östlichen Afrika und es stiegen gewaltige basaltische Lava in die schwache und brüchige Kruste des Gondwana Subkontinent auf.
Die Drakensberge wurden geformt und in Namibia entstanden die schwarzen, heute sehr fotogenen, Riffe und Bergrücken. In Keetmanshoop findet sich, so erklärt die Geologin Nicole Grünert in Ihren interessanten Büchern, sogar ein Dolerit-Schwarm, welcher heute als „Spielwiese der Riesen“ oder „Spielplatz der Giganten“ von Landschaftsfotografen gern abgelichtet wird.

Genau zu dieser Zeit muss es das Reptil schon gegeben haben, welches genau 1942 zuletzt gesehen wurde!

Schon um 1941 erzählten sich einige Ovambo-Hirten, eine gigantische Schlange gesehen zu haben, so dick wie eine Männertaille und so lang wie zwei Fahrzeuge.
Das „Vratteveld“ oder Warzenfeld war ohnehin schon mystisch und nur zu Fuß passierbar.
Über aufgetürmte, wie von Giganten aufeinander gelegte, Steine mühten sich Schaf und Hirte, da es hier gutes Gras und schmackhafte Sträucher gibt.
Die Ovambo erzählten verängstigt, wie sich das Monster von Kliff zu Kliff katapultierte und anscheinend fliegen konnte.
Alles Märchen… die Farmer konnten über dieses Schäferlatein nur lachen… aber dann wurde es spannend!

Wenn es auf diese Steine regnet, löst sich Eisen und Mangan im Gestein und lagert sich durch die schnelle Verdunstung des Wassers an der Oberfläche ab. Hier sollen nach neuen Erkenntnissen auch Bakterien mitwirken.
Diese Ablagerung glänzt und man hat den Eindruck, als hätte jemand die Steine poliert. Wüstenlack! So nennt sich das schwarze Poliermittel.

Inmitten dieser schwarz glänzenden „Koppies“ lag das Vieh und schaute 1942 dem 16-jährigen Michael Esterhuise in die Augen. Michael bewarf das Tier mit einem Stein, welches nur sehr laut graulte… wohl wie ein großer Hund. Auch soll das Reptil seine Kehle aufgeblasen haben und „Finnen“ auf der Seite des Kopfes aufgestellt haben.
Michael ergriff das Weite und erzählte es seinen Eltern.

Er sah das Tier wiederholt auf den Steinen liegen und schätzte es auf ganze sieben Meter Länge.

Ein lauter Pfiff ging durch die Luft. Das Tier flog aufgerollt, mit Finnen seitlich ausgestreckt und Kopf nach unten direkt auf ihn zu. Michael sprang zur Seite und laut knallte das Reptil neben ihn auf die Erde. Er konnte noch sehen wie sich das Tier entfaltete und mit dem Schwanz nach ihm schlug. Der Junge war panisch und flink sprang er zwischen die Felsbrocken und verlor zwischen ein paar Büschen das Bewusstsein.

Schafe müssen früh wieder in den „Kraal“, doch die Herde kam heute ohne Hirte ans Wasser. Michaels Vater suchte seinen Sohn besorgt und folgte den Spuren in das Warzenfeld, wo er Michael endlich fand.

Pat Honeybone, der lokale Polizist aus Keetmanshoop, organisierte einen Suchtrupp. Das Vieh muss Tot! Viele jagdlustige und aufgebrachte Farmer sammelten sich. Schwer bewaffnet und zogen los.

Es wurden viele Spuren gefunden, sogar neben einigen Gerippen verschiedenster Tiere, es soll auch ein überdimensionales Gewölle dabei gewesen sein, aber das Tier wurde niemals mehr gesehen!

Wir als Namibia-Guides wissen, dass es im Köcherbaumwald ausser wunderschönen Köcherbäumen verschiedener Art, Felsenagamen, bellenden Geckos, Klippspringern, Klippschliefern, Schlieferratten und Girlitzen auch noch etwas anderes gibt… etwas bedrohliches.

… diese und noch einige weitere Wahrheiten sollen Sie auf der „Weiten, Wunder und 2 Wüsten”
Oder auf der „Sweet & South” kennen lernen

Hier noch ein Video aus der nord-westlichen Ecke Namibias, viel Spaß damit!

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