Pferde mit Punkten: Kamelpferde… und die Art die Welt zu sehen

Giraffe Capture

Glaubt man nämlich unbedingt Geld aus einem Gebiet generieren zu müssen, kann der Naturschutz nicht mehr an erster Stelle stehen und kann der Besitz großen Landes keine beruhigende und echte Befriedigung mehr bieten.

Auf vielen Farmen im Süden Namibias kann es keine Landswirtschaft mehr geben, die Gründe kennen wir alle und ja, wir sind alle Schuld an der Erwärmung unseres Planeten.

Wo andere ihr hart Verdientes in Yachten und Villen investieren, gibt es heute auch diejenigen, die große Naturschutz-Projekte starten, Land aufkaufen und just diese Gebiete der Natur zurück geben, sehr lobenswert! Zäune werden abgebrochen und die Natur darf sich von jahrelanger Beweidung verschiedener Nutztiere erholen.

Dank starker idealistischer Geldgeber konnten Gebiete wie das ProNamib Reserve sich nun über die Ansiedlung einiger Giraffen, aus unserem Hegegebiet auf der Farm Nomtsas von Leaflove Safari, freuen. Wir freuen uns, dass die inzwischen bedrohte Tierart eine weitere neue Heimat geniessen darf.

Wir haben aus ca. 80 Giraffen die „richtigen“ finden müssen. Bernie Simon flog mich zu den verschiedenen Herden und wir wählten aus:
– schon abgesetzt von der Mutter aber nicht zu groß für den Laster, Teenager gesucht.
– korrektes Geschlechtsverhältnis, es sollten 4 weibliche und zwei männliche Tiere gefangen werden.
– wenn möglich aus einer Herde, damit man Trost in der Fremde findet.

Letztendlich stieg HO Reuter von African Wildlife Services, schwer bewaffnet mit Betäubungspfeilen, in den Schrauber und die Spannung stieg sofort ins Unermessliche.
Als die erste Giraffe zu Boden ging, das „Ground Team“ sich sofort auf sie stürzte, Augen und Ohren verband und die Giraffe vor dem „sich selbst verletzten“ schützte, sprang HO (er heisst übrigens Hans Otto, aber alle nennen ihn liebevoll HO, englisch ausgesprochen) auch schon vom schwebenden Hubschrauber und setzte die beruhigende und wiederbelebende Spritze in die Vene an der Hinterseite des Ohrs.

Das Team der GCF / Giraffe Conservation Fund, eine bemerkenswert gut informierte Gruppe junger dynamischer Australier und Amerikaner, brachte den Forschungssender an und notierte sofort alle nötigen Eigenschaften des edlen Tiers. Ich wurde über neu entdeckte Genetik, Nomenklatur und der „neuen“ durch Gegenforschung bestätigte Taxonomie verschiedener Giraffenarten aufgeklärt – ich dachte immer gut informiert zu sein… Sokrates hatte recht!

Mit verbundenem Kopf stand die Giraffe auf und wurde, derweil 10 bis 15 Mann (und Frau) an Seilen zogen und manövrierten, auf den „Capture Trailor“ geleitet. Dann ging die Fahrt zum „Truck“ und die Giraffe wurde zu den anderen verladen.

Nach 6 Giraffen wurde mir von Sara, die in Uganda sehr viel mit den „echten“ Giraffen arbeitete, bestätigt, dass dies wohl eine der professionellsten Abläufe war, welche sie bisher erleben durfte. Danke HO, well done!

Die Giraffe in Namibia ist zur eigenständigen Art klassifiziert worden: Giraffa giraffa angolensis, und nicht wie vorher Giraffa camelopardalis angolensis (übrigens bedeutet camelopardalis wohl geflecktes Pferd im alt-griechischem)

Hier wohl die neue Nomenklatur der Giraffen Afrikas.

Ach ja, wer sich für Arten an sich interessiert und mal so richtig Lust auf „Kopf waschen“ hat, soll gern diesen Artikel lesen: https://theconversation.com/what-is-a-species-the-most-important-concept-in-all-of-biology-is-a-complete-mystery-119200

viel Spaß… übrigens, es gibt sie gar nicht, die menschliche Spezies… oder etwa doch?

albert

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