Gestreift; Einer groß, der andere nicht

Damarabindensänger, Calamonastes fasciolatus, singt in den frühen Stunden des Morgens im Erongo

Metallisch-melodisch, laut und unsichtbar…
Im zentralen Hochplateau der namibischen Akaziensavanne ist der kleine gebänderte Sänger zuhause, und macht kein Geheimnis daraus.
Als Südwester, heute korrekterweise Namibier, wird das metallische Rufen oft unbewusst wahrgenommen, Alltag, man schaut kurz in die dornigen Äste und gibt bald auf den kleinen Lautsprecher zu finden.
Es verhält sich mit dem Zaunkönig ähnlich. Er ist für kurze Zeit zu sehen, man freut sich dran und schon ist er wieder fort. Daher hat man der namibischen Variante den sympathischen englischen Namen „Wren-Warbler“ also Zaunkönig-Sänger verpasst.
Der Damarabindensänger, Calamonastes fasciolatus, hat jedoch nichts mit dem Zaunkönig zu tun und gehört auch nicht zu dessen Familie, sondern zur Familie der Zistensänger.

Selten ist der Bindensänger nicht, aber schwierig zu fotografieren. Nehmen Sie sich, auf Ihrer nächsten Reise mit uns, in der früh etwas Zeit für die Vogelwelt und schauen sich dieses kleine unscheinbare Zebra an. Richtig, der Vogel hat Streifen, daher auch das fasciolatus, und ist bei genauerem betrachten eine wirklich schöne Entdeckung. Warum Streifen? Vielleicht zur Tarnung? Klappt!

Video spielt nicht ab? versuch es hier

Let’s talk big Game.


Ich werde gern gefragt warum Zebras Streifen haben. Die Frage kann keiner so recht beantworten, aber die Wissenschaft bemüht sich stetig hier Antworten zu finden.

Streifen zur Erkennung und Differenzierung
Diese Theorie ist höchst unwahrscheinlich, da viele andere ungestreifte Equiniden und andere Herdentiere kein Problem damit haben, sich zu erkennen, ihre Muttertiere zu finden und sich zu ihrer Herde zu gesellen.

Der optische Orgasmus
Zebras bewegen gern den Kopf auf und ab. Wer mit uns zwischen den Herden Etoschas war, wird dies bemerkt haben. Wohl reizt die schwarz-weiße Abwechslung das menschliche Auge und es wird Seratonin freigesetzt, dies wurde jedoch bei Zebras wissenschaftlich noch nicht belegt.

Tarnung
Die Umgebungstarnung kann es nicht sein, da Zebras sich selten unter Bäumen aufhalten und sich den Schatten-Licht Effekt zu nutze machen könnten.
Die Herdentarnung kann es auch nicht sein, da Löwen und Hyänen eh schlecht sehen und Zebras bei Angriffen eher auseinander stoben statt in der Herde zu bleiben. Ausserdem haben Löwen kaum ein Problem damit, Zebras zu erwischen und viele von ihnen zu fressen.

Optische Größenillusion
Die Entfernung und Größe eines gestreiften Objekts einzuschätzen soll schwieriger sein, als die eines einfarbigen Objekts. So soll der Verfolger sich „irren“ und der Jagderfolg ausbleiben. Naja, die Realität beweist das Gegenteil.

Thermoregulation
Afrika ist heiß! Zebras müssen, der Verdaung wegen, wesentlich mehr fressen als Wiederkäuer und sind länger in der Sonne; also nix mit Mittagschlaf unter einem Mopanebaum.
Afrika kann kalt sein! Das ist vor allem für Fohlen unangenehm und zehrt an den Kräften.
Da Zebras ein schwarzes Fell haben, ja, Zebras sind in der Tat weiß gestreift und würden rasiert einfarbig dunkel sein, und die schwarzen Haare vor allem bei Jungtieren wesentlich länger sind und morgens sehr stark abstehen, wohl um Wärme zu tanken, kann man dieser Theorie glauben schenken.
Wissenschaftler haben Nachweise durch Messungen erbracht, dass es kleine Luftströmungen auf dem Fell durch die logischen Temperaturunterschiede zwischen den Streifen gibt; somit wird der Verdunstungseffekt (Zebras schwitzen übrigens) stärker und das Zebra kühlt ab. Unter den weißen Streifen sollen weniger Fettzellen sein, also weniger Wärmespeicher?
In wärmeren Gebieten mit stärkerer Sonnenbelastung sind Zebras etwas intensiver gestreift.

Insektenschutz
Insekten, insbesondere Pferdefliegen, sollen Probleme bei der Landung auf gestreiftem Untergrund haben, dies ist belegt. Tatsächlich haben Vergleiche ergeben, daß gestreifte Tiere wesentlich seltener „angeflogen“ werden als einfarbige Tiere. Zebras sind mit ihrem recht dünnen Fell anfällig gegen Pferdefliegen, Tsetsefliegen, Mücken und co. Obwohl man bei untersuchten Tsetsefliegen kein Zebrablut nachweisen konnte, kann man dieser Theorie trotzdem etwas Glauben schenken.

Wir wissen also nicht, warum Zebras Pyjamas tragen, aber es können durchaus gern verschiedene Gründe, bzw. eine Kombination sein.
Übrigens sind Pferde in ihrer Entwicklung Zebras wohl untergeordnet.
…man reitet ja neuerdings auch seltener, da Pferde gefährlich von vorn, gefährlich von hinten und ungemütlich in der Mitte sind 🙂

Die Hengste der Steppenzebras bekämpfen sich spielerisch um sich auf den Tag der ernsthaften Kämpfe vorzubereiten. Streifen von vorn, seitlich, und hinten.
Das bekannte Bild des Lionel Walter Rothschild, welcher anscheinend mit Zebras durch die Londoner Strassen kutschierte. Man munkelt alles dieses war nur Augenwischerei, denn es verging kein Tag wo diese Tiere nicht bissen und das Geschirr zerstörten. Zebras sind zwar teilweise zähmbar, werden dann wohl wieder wild und gefährlich… und sie sind wohl zu faul und nicht der Mühe wert sie zu zähmen… wie schlau sie doch sind!

bis bald,

albert

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